Reinhard Mark – Auszug aus dem 4. Rundbrief

Das ist mein vierter Rundbrief, in dem ich von den ersten Wochen an Bord der MV LOGOS HOPE berichte. Wie bereits im letzten Rundbrief angemerkt, bin ich nun seit dem 19.09.2018 an Bord.
Ich möchte jedoch noch etwas voranstellen, das wie ich meine nicht unerheblich für meine Arbeit an Bord ist. Vier Tage bevor wir letztendlich an Bord gingen, bekamen wir die Nachricht, in welchen Departements wir arbeiten werden. Bis zu diesem Zeitpunkt, war es nicht zu 100% sicher, ob wir unserem Wunschdepartment zugewiesen werden. Auch für mich war das so. Mit anderen Worten, es war nicht sicher ob ich tatsächlich als IT-Technician (siehe 1. Rundbrief) arbeiten würde, da es noch zwei weitere Bewerber für diese Stelle gab. Dabei kam ich ins Grübeln und haderte etwas mit dem Gedanken, was ich denn euch erzählen oder erklären soll, falls ich nicht ins IT-Team komme. Also erwuchs in mir eine gewisse Spannung die erst nachließ, als wir die Briefumschläge öffneten, die uns überreicht wurden und in denen unser Arbeitsplatz stand.
In den Tagen zuvor aber, übergab ich diese Sache Gott. Ich wollte nicht, dass es meine Entscheidung ist und speziell um diese Arbeitsstelle zu bitten. Denn ich war (und bin) der Überzeugung, dass mich Gott genau an die Stelle bringt, an der Er mich haben und einsetzen möchte. Also dachte ich mir, egal was passiert und egal wo ich hinkomme, Gott wird dabei und mit mir sein und ich will Gottes Willen folgen.

Nun möchte ich noch mehr auf das eigentliche Schiffsleben eingehen:

  • Arbeitsablauf: Wir arbeiten alle nach einem festgelegten Schema (je nach Department). Sechs Tage der Woche sind Arbeitstage, wovon einer davon ein C-Day (dazu später) ist. Zum Entspannen und für diverse andere Aktivitäten außerhalb des Schiffes, dient der Off-Day.
  • Schiffsfamilien: Während unserer Zeit in Guatemala wurden wir Schiffsfamilien zugewiesen. Das sind meist verheiratete Ehepaare, die uns als „Kinder“ haben. Dazu gibt es ein wöchentliches „Shipsfamilydinner“ – ein Abendessen im Kreise unserer Schiffsfamilie. Anschließend an das Abendessen tauschen wir uns als Familie untereinander über die letzte Woche aus. Das ist immer eine sehr besondere Zeit, die ich sehr schätze.
  • C-Days: Die sogenannten C-Days (Connect-Days) sind dazu da, um mit den Menschen in den jeweiligen Ländern in Kontakt zu treten. Das kann alle möglichen Formen annehmen.
    Manchmal bleibt man an Bord, um mit den Menschen hier an Bord in Verbindung zu treten. Manchmal fahren wir zu Krankenhäusern, Altenheime, Kinderkliniken, Gefängnisse oder auch Kirchen. Dazu gibt es auch ganz unterschiedliche Möglichkeiten Leuten zu helfen oder ihnen zu dienen. Dazu werde ich voraussichtlich im nächsten Rundbrief näher eingehen.
  • Gym auf Deck 1 und Deck 9: Wir haben auch Trainingsbereiche mit diversen Geräten. Meist bin ich abends auf Deck 1 (im Underground-Gym) zu finden, wo ich mich am Ergometer und an Hanteln austobe. Das mache ich gut vier bis fünfmal pro Woche und schaffe so einen recht guten Ausgleich zum ansonsten bewegungsarmen Arbeitstag.
  • Passiongroups: Die Passiongroups (Mime, Drama, diverse Tanzgruppen und viele andere Arten) sind von Crew-Mitgliedern geleitete Gruppen zu unterschiedlichsten Interessensbereichen.

Besichtigung des Evangelischen Museums Rutzenmoos

An einem wunderschönen Freitag Nachmittag Anfang Oktober 2018 erfolgte vom Evangelischen und Katholischen Bildungswerk eine gemeinsame Besichtigung des evangelischen Museums Oberösterreich in Rutzenmoos. Einige Konfirmanden und deren Eltern waren ebenfalls mit dabei.
Die insgesamt 40 BesucherInnen ließen die Räumlichkeiten des Museums beinahe übergehen. Ein eindrucksvoller Film über die Kirchengeschichte bis zur Reformation nahm uns hinein in die Situation der damaligen Zeit. Die Not Martin Luthers, Gnade bei Gott zu finden und die katastrophalen Zustände der damaligen Kirche, welche aus dem Wort Gottes ein Geschäftsmodell machte, waren wesentliche Faktoren für die Reformation.
Die Erfindung des Buchdruckes trug für die damalige Zeit zur rasend schnellen Verbreitung der neuen Botschaft bei. Mit eindrücklichen Dokumenten aus dieser Zeit und Aussagen von Zeitzeugen wurden wir mit der Sehnsucht der Menschen in dieser Zeit in Verbindung gebracht. Ebenso wurden wir mit der Not der Protestanten in der Zeit der Gegenreformation konfrontiert. In unserem Land ist es kaum vorstellbar, dass unsere Vorfahren ein Vermögen für Bibeln und Andachtsbücher bezahlten, die sie dann verstecken mussten, weil das Lesen und Verbreiten dieser Bücher streng verboten war. Die BesucherInnen konnten spüren, wie kostbar den Menschen damals das Wort Gottes war. Sie waren bereit, für ihren Glauben alles aufzugeben, auszuwandern oder sogar dafür zu sterben.
Für manche unserer Gruppe war es das erste Mal, dass sie mit den Geschehnissen dieser Zeit so direkt in Verbindung kamen. Beim gemeinsamen fröhlichen Ausklang fand noch ein angeregter Austausch über die persönlichen Eindrücke statt.

Brigitte Malzner

Lernen von der Reformation – im Horizont der Ökumene – Vortragsabend vom 5.10.2017 im katholischen Pfarrsaal Kirchdorf

Gemeinsam mit dem katholischen Bildungswerk Kirchdorf fand am 5. Oktober 2017 die Veranstaltung „Lernen von der Reformation – im Horizont der Ökumene“ im Pfarrsaal der katholischen Kirche statt.

Superintendent Dr. Gerold Lehner und der Linzer Dompfarrer Dr. Maximilian Strasser, referierten zu diesem Thema mit anschließender Diskussion.
Die Beiden hoben in ihren Vorträgen hervor, dass es durchaus möglich ist – trotz unterschiedlicher Ansichten – ein gutes Miteinander zu entwickeln. Es braucht Mut und die Bereitschaft zum Aufbruch auf beiden Seiten. Wir sind einander gegeben, um voneinander zu lernen.