Der Zusammenhang

Nachdem die Lockerungsmaßnahmen so weit fortgeschritten sind, dass wir wieder Gottesdienste in fast gewohntem Rahmen feiern können, wird (wieder einmal) deutlich, wie viele Menschen im Hintergrund ihren ganz persönlichen Beitrag zu unserem Gemeindeleben leisten: Ob in der Technik oder in der Verkündigung, ob in der Bibliothek oder im Kindergottesdienst, ob in der Jugendarbeit oder in der Spielgruppe, ob in der Gestaltung und Wartung der Homepage oder bei der Erstellung des Pfarrbriefes… jeder Beitrag ist wichtig und trägt zum großen Ganzen bei. Diese Bedeutung der kleinen Beiträge und ihr Beitrag zum Gelingen des Großen und Großartigen bringt Autor und Pfarrer Axel Kühner in folgendem Beispiel sehr treffend auf den Punkt:

„Ein Bahnarbeiter ist auf einem Bahnhof damit beschäftigt, eine Eisenbahnschiene aus der Verankerung zu lösen. Der starke Mann schlägt mit einem schweren Hammer auf die Schiene los. Mehrmals trifft er präzise die gleiche Stelle. Aber die Schiene gibt nicht nach. Wieder und wieder schlägt der Arbeiter an die Eisenbahnschiene. Jetzt nimmt er den Hammer noch fester und schlägt weiter. Dann eine kleine Pause, und wieder hört man die Schläge an das Metall donnern. Noch immer ist kein Erfolg zu sehen. Da, beim 39. Schlag, springt die Schiene aus der Klammer. Zufrieden packt der Arbeiter an, um sie mit einem Arbeitskollegen wegzutragen.

Wie viele Schläge hat der Arbeiter umsonst getan? 38? Nein, keinen einzigen. Alle 39 Schläge waren nötig, um die Schiene zu lösen. Jeder der einzelnen Schläge hat seinen Teil dazu beigetragen, dass das Eisen sich schließlich löste. Jeder einzelne Schlag war wichtig für die Lösung des Ganzen.

Viele kleine Dinge ergeben ein großes Werk. Und jeder kleine Teil ist wichtig für den Zusammenhang.

Viele verschiedene Tage bilden ein ganzes Leben. Und jeder einzelne Tag ist wichtig für das Ganze.

Viele unterschiedliche Menschen sind zusammen Gottes großes Reich. Und jeder einzelne Mensch ist für Gott wichtig.

Es kommt nicht auf die Größe an, sondern auf die Treue zu einem Großen. Nicht große Dinge wollen wir tun, sondern viele kleine Dinge ganz großartig. Gott wird daraus die Lösung des ganzen machen. Gott ist im Großen treu, und wir wollen es im Kleinen sein.“

Jeder soll dem Anderen mit der Begabung dienen, die ihm Gott gegeben hat. Wenn ihr die vielfältigen Gaben Gottes in dieser Weise gebraucht, setzt ihr sie richtig ein. (1. Petrus 4,10)

Die Kontaktlinse

Eine wahre Geschichte zur Ermutigung, erlebt und aufgeschrieben von Josh und Karen Zarandona.

„Brenda, eine junge Frau, war zum Klettern eingeladen worden. Obwohl sie Todesangst hatte, ging sie doch mit ihrer Gruppe zu einem großen Granitfelsen. Trotz ihrer Angst, legte sie ihre Ausrüstung an, packte das Seil und startete zum Gipfel des Felsen. Schließlich gelang sie zu einem Vorsprung, wo sie eine Verschnaufpause einlegen konnte. Während sie dort oben hing, schlug das Sicherheitsseil gegen ihr Auge, sodass die Kontaktlinse herausfiel.

Natürlich suchte und suchte sie immer wieder nach der Linse, in der Hoffnung, dass sie auf dem Vorsprung gelandet war, doch sie fand sie nicht. Da saß sie nun, weit weg von zuhause mit benebelter Sicht. Sie war verzweifelt und verärgert. Sie betete zum Herrn, dass er ihr helfen möge die Linse zu finden. Als sie zum Gipfel gelangten, untersuchte ein Freund ihre Kleidung, doch die Linse war nicht zu finden. Verzweifelt saß sie dort oben mit ihren Freunden und wartete bis der Rest der Gruppe auch bis zum Gipfel kam.
Sie sah in die Weite auf die Bergketten, die sich aneinanderreihten und dachte: ‚Herr, du siehst all diese Berge. Du siehst jeden Stein und jedes Blatt und du weißt genau, wo meine Kontaktlinse ist. Bitte hilf mir.‘

Schließlich stiegen sie auf dem Abstiegspfad vom Berg herunter. Unten bereitete sich gerade eine neue Gruppe auf den Aufstieg vor. Einer aus der Gruppe rief plötzlich: ‚Hey Leute, vermisst einer von euch eine Kontaktlinse?‘ Zugegeben, das alleine wäre schon erstaunlich genug, doch wisst ihr, wo der Kletterer sie entdeckt hatte? Eine Ameise bewegte sich langsam auf einem Stein, die Linse mühsam schleppend.

Brenda sagte mir, dass ihr Vater ein Cartoonzeichner ist. Als sie ihm die unglaubliche Geschichte von der Ameise, der Linse und dem Gebet erzählte, zeichnete er ein Bild einer Ameise, die eine Kontaktlinse schleppte, mit den Worten: ‚Gott, ich weiß nicht warum du möchtest, dass ich dieses Ding schleppe. Ich kann es nicht essen und es ist unheimlich schwer. Doch wenn du es von mir erwartest, dann werde ich dieses Ding für dich schleppen.‘“

Ich denke es würde uns guttun, wenn wir von Zeit zu Zeit sagen würden: „Gott, ich weiß nicht warum du willst, dass ich diese Last trage. Ich kann nichts Positives darin erkennen und sie ist unheimlich schwer. Doch wenn du willst, dass ich diese Last trage, dann will ich es tun.“

In Jeremia 29 Vers 11 steht eine wunderbare Zusage, die für jeden von uns gilt: „Denn ich allein weiß, was ich mit euch vorhabe: Ich, der Herr, werde euch Frieden schenken und euch aus dem Leid befreien. Ich gebe euch wieder Zukunft und Hoffnung.“

Schön zu wissen, dass Gott weiß, was er mit uns vorhat!

Wer ist Jesus?

Tim Haasdyk hat auf seiner Homepage ein Projekt veröffentlicht, mit dem man systematisch die Größe Jesu anhand von 223 ausgewählten Bibelabschnitten entdecken kann. Das ist eine wunderbare Möglichkeit, sowohl für Neueinsteiger im Bibellesen, als auch für alte Hasen. Also einfach mal stöbern:

WER IST JESUS ?

Quarantäne

Vor wenigen Wochen war es noch ein Fremdwort, heute weiß buchstäblich jedes Kind, was unter Quarantäne zu verstehen ist. Die Vorstellung davon, wie es einem selber in einer solchen Isolation gehen würde ist dabei von Person zu Person sehr unterschiedlich: Manche sehen es entspannt und können dieser verordneten Zwangspause viel Positives abgewinnen. Für andere ist es eine absolute Einschränkung der Lebensqualität bis hin zur Angst vor der Isolation.

Aber um nicht bei theoretischen Gedanken bleiben soll jemand von uns zu Wort kommen, der diese Erfahrung selber gemacht und hinter sich gebracht hat. Hanna B. kommt aus der Evangelischen Gemeinde Kirchdorf und berichtet davon, wie sie ihre Covid-19-Infektion und die darauffolgende 23-tägige Quarantäne erlebt hat:

 „Als ich mein positives Testergebnis bekam, fühlte ich mich die ersten Tage sehr stark wie ein Aussätziger. In meinem Corona-Tagebuch habe ich es damals als „abstoßend, als Bedrohung, giftig und superinfektiös“ beschrieben. Ja nichts angreifen, was sich außerhalb meines Zimmers befindet und auch am Besten im Garten draußen niemanden anschauen und von niemandem gesehen werden! Quarantäne auf unbestimmte Zeit. Für mich waren da die ersten paar Tage die schwierigsten – zusätzlich ist mein Gesundheitszustand mehr als zwei Wochen lang täglich schlechter geworden…

Irgendwann kam mir dann folgender Gedanke: „Wie ist Jesus den Aussätzigen begegnet?“

Er ist ihnen mit derselben Liebe und mit demselben Mitgefühl begegnet wie allen anderen Menschen auch! Er hat sich sogar den Kranken und Aussätzigen besonders zugewendet, ihnen ihre Sünden vergeben und sie geheilt!

Und er hat mir ein Versprechen gegeben: „Ich bin mit dir alle Tage bis zum Ende der Welt.“ (Matthäus-Evangelium 28,20). Alle Tage inkludiert Gesundheit und Krankheit, es inkludiert Blütezeit und Krise, es inkludiert Freude und Trauer. In all dem ist Jesus nicht nur mit uns, sondern lebt in und durch uns! Er lässt mich nicht alleine, auch wenn ich mich von allen anderen isolieren muss, ist er doch nahe, voller Liebe und Mitgefühl. Dieser Gedanke hat mir sehr geholfen die Tage der Isolation als wertvolle Zeit zu zweit mit Jesus anzusehen. Und er hat sein Versprechen gehalten und mich durchgetragen!“

Gelassenheit, Mut und Weisheit

Im Bildungszentrum der Daimler-Benz AG hängt ein prägnanter Spruch, der für die derzeitige Situation nicht passender sein könnte:

„Gott gebe mir
die Gelassenheit,
Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,

den Mut,
Dinge zu ändern, die ich ändern kann,

und die Weisheit,
das eine von dem anderen zu unterscheiden.“

(Friedrich Christoph Oetinger 1702-1782)

Das ist mehr als nur ein Spruch, sogar mehr als ein kurzes Gebet. Eigentlich ist es eine Lebenshaltung, mich ganz und gar zu jeder Zeit von Jesus Christus führen zu lassen. Für uns konkret formuliert könnte dieses Gebet in etwa so lauten: „Herr, in jedem Moment, der heute und in der nächsten Woche auf mich einstürmt, möchte ich auf DICH hören und mich auf DICH verlassen. Gib mir Gelassenheit oder Mut, vor allem aber die Weisheit, in jeder Situation die richtige Entscheidung, DEINE Entscheidung, zu treffen!“

Übrigens: ER lässt sich nicht zweimal bitten!

Na dann, viel Gelassenheit, Mut und Weisheit!